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... das habe ich noch nicht gewusst ...

Guten Rutsch mit hebräischen Wurzeln
Jedem Österreicher und jeder Österreicherin kommt er leicht und so oft wie kein anderer Neujahrswunsch über die Lippen: "Guten Rutsch!"

Nur die wenigsten wissen aber, woher dieser Ausspruch stammt und was er bedeutet. Mit einem "Rutsch" ins neue Jahr hat er jedenfalls nichts zu tun. "Guten Rutsch" leitet sich vielmehr vom jiddischen "Gut Rosch" ab, was so viel bedeutet wie "Guten Anfang".
"Der geläufige Neujahrswunsch 'Ein guter Rutsch' hat weder sprachlich noch symbolisch etwas mit 'rutschen' (gut oder heil hinüber kommen) zu tun. 'Ein guter Rutsch' ist eine deutschsprachige Verballhornung des jiddischen Grußes 'Gut Rosch', bezogen auf das jüdische Neujahrsfest 'Rosch Ha-Schana' (Kopf = Anfang eines neuen Jahres). Das hebräische Wort 'rosch' (Kopf, Anfang, Beginn) bedeutet also in dieser jiddischen Wunschformel 'Anfang, Beginn'. Mit dem 'Guten Rutsch' wünscht man also einen 'Guten Anfang' des Jahres, klärte die historisch - wie immer - gut bewanderte Pressestelle der Diözese Gurk unter ihrem Chef Matthias Kapeller vor den Silvesterfeiern auf.

Guten Rutsch
„Guten Rutsch!“ oder „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ oder „Rutsch guet übere!“ (in der Schweiz) ist ein im deutschsprachigen Raum verbreiteter Silvester- beziehungsweise Neujahrsgruß: Dem Angesprochenen wird gewünscht, dass er gut und wohlbehalten ins neue Jahr kommen möge. Nachweisen lässt sich der Gruß etwa ab dem Jahr 1900.

Zum Ursprung der Phrase gibt es alternative Erklärungsansätze. Zum einen die Ansicht, dieser Ausspruch sei jiddischen Ursprungs und über die Vermittlung des Rotwelschen ins Deutsche gelangt. Ein anderer Erklärungsansatz ergibt sich durch die schon in älteren Wörterbüchern zu findende übertragene Bedeutung des Verbs „rutschen“ als „reisen“ und der Substantive „die Rutsche“ und „der Rutsch“ für „das Reisen“ oder „eine Fahrt“.

Zur Herkunft von „Reise“ oder „Fahrt“
Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm findet sich neben den Erklärungen für das Verb „rutschen“ als sich „gleitend bewegen“, „von freiwilligem und unfreiwilligem gleiten“ oder „kriechen“ auch die freieren Verwendungen des Wortes mit „da rutscht’ ich fort“ und „sonntag rutscht man auf das land“ durch Johann Wolfgang von Goethe sowie unter dem Lemma anrutschen die Wendung „ich werd nächstens bei ihr angerutscht kommen“, die auf den wohl scherzhaften Gebrauch des Wortes im Sinne von „reisen“ oder „fahren“ verweisen. Einen weiteren Beleg für diese übertragene Bedeutung bietet Johann Andreas Schmeller in seinem Bayerischen Wörterbuch von 1836, der unter dem Lemma rutschen unter anderem „Irgend wohin rutschen, im Scherz: fahren. An Feyertagen rutscht das lebsüchtige München gerne auf Bering oder ins Hesselloh“ vermerkt.

Für das Femininum „die Rutsche“ ist bei den Grimms mit der Wendung „glückliche rutsch“ ebenfalls die Bedeutung „Reise“ oder „Fahrt“ nachgewiesen. Nach Küpper wird das Wort seit dem Jahr 1800 in dieser Form gebraucht, zusätzlich gibt er „auf Rutsch gehen“ für „auf Reisen gehen“ für das 19. Jahrhundert an.

Die maskuline Form „der Rutsch“ findet sich beispielsweise in der Wendung „guten (glücklichen) Rutsch“ für „gute Reise“ ab dem Jahr 1820. Mundartlich ist für Sachsen, Thüringen und Berlin seit dem Jahr 1850 auch „einen Rutsch (Rutscher) machen“ für „eine kleine Reise machen“ belegt. Seit dem 19. Jahrhundert steht also „der Rutsch“ für eine kurze Reisestrecke oder eine kleinere Reise, wobei das mit dem Verb „rutschen“ angesprochene „gleiten“ sich wohl zunächst auf eine Fahrt mit dem Schlitten bezog und später auf die Eisenbahnfahrt übertragen wurde; Küpper vermutet daher, dass der Wunsch „guten Rutsch ins neue Jahr“ für den guten Übergang ins Neujahr ein „mühelos“ Hinübergleiten „wie auf einem Schlitten“ andeuten soll. Ähnlich äußert sich Röhrich: „Zugrunde liegt die Vorstellung des langsamen, fast unmerklichen Hinübergleitens“ und ergänzt, dass der Wunsch auch verkürzt mit „Komm gut rüber!“ geläufig sei.

Quelle: de.wikipedia.org

Literatur
Simon Neuberg, Walter Röll: Anmerkungen zum „Guten Rutsch“. In: Jiddistik Mitteilungen Nr. 28, November 2002, ISSN 0947-6091, S. 16–19.
Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 4: Oben – Spielverderber. 4. Auflage. Herder, Freiburg u. a. 1999, ISBN 3-451-04800-0, S. 1266 (Lemma Rutsch).

(Quelle: derstandard.at/1229975218649/Wissen-Was-Guten-Rutsch-wirklich-bedeutet)

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